`:top
Als `!pyrophor`! (von `F33f`_`[altgriechisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Altgriechische_Sprache]`_`f πῦρ pyr, deutsch ‚Feuer‘ und φορείν phorein, deutsch ‚tragen‘, also „feuertragend“) werden `F33f`_`[chemische Stoffe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoff_(Chemie)]`_`f bezeichnet, die fein verteilt schon bei `F33f`_`[Raumtemperatur`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Raumtemperatur]`_`f und an der Luft heftig mit `F33f`_`[Sauerstoff`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sauerstoff]`_`f reagieren. Die bei dieser `F33f`_`[Oxidation`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Oxidation]`_`f freiwerdende Energie ist so hoch, dass die Stoffe glühen oder sogar Feuererscheinung zeigen. Der Begriff kann auch auf andere, selbstentzündliche Substanzen und Gemische erweitert werden.`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f]
>>Contents
• `F0af`_`[Arten der Pyrophore und physikalische Erklärung`#arten-der-pyrophore-und-physikalische-erkl-rung]`_`f
• `F0af`_`[Pyrophore Stoffe in Kriegswaffen`#pyrophore-stoffe-in-kriegswaffen]`_`f
• `F0af`_`[Chemikalien-/Gefahrstoffrecht`#chemikalien-gefahrstoffrecht]`_`f
• `F0af`_`[Quellen`#quellen]`_`f
-─
>>Arten der Pyrophore und physikalische Erklärung
Pyrophore sind z. B. bestimmte Metallstäube, die (meist bei niedriger Temperatur) mittels `F33f`_`[Wasserstoff`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wasserstoff]`_`f aus ihren `F33f`_`[Oxiden`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Oxid]`_`f `F33f`_`[reduziert`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reduktion_(Chemie)]`_`f werden oder durch andere chemische Umsetzungen hergestellt werden. Zu diesen pyrophoren Metallen zählen z. B. `F33f`_`[Magnesium`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Magnesium]`_`f, `F33f`_`[Titan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Titan_(Element)]`_`f, `F33f`_`[Nickel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Nickel]`_`f, `F33f`_`[Cobalt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Cobalt]`_`f, `F33f`_`[Eisen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Eisen]`_`f, `F33f`_`[Blei`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Blei]`_`f, die `F33f`_`[Lanthanoide`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lanthanoide]`_`f und die `F33f`_`[Actinoide`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Actinoide]`_`f, aber auch Metalloxide in ihren niedrigsten Oxidationsstufen (früher `F33f`_`[Oxydule`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Oxydul]`_`f genannt), wie z. B. `F33f`_`[Mangan(II)-oxid`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mangan(II)-oxid]`_`f und `F33f`_`[Uran(IV)-oxid`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Uran(IV)-oxid]`_`f. Auch Bleistaub ist pyrophor und verbrennt unter Einwirkung von Sauerstoff, wodurch es zu Blei(II,IV)-oxid (Pb3O4, `F33f`_`[Mennige`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Blei(II,IV)-oxid]`_`f) oxidiert wird. Pyrophores Eisen wird u. a. durch die vorsichtige, unter Luftausschluss stattfindende Zersetzung von `F33f`_`[Eisen(II)-oxalat`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Eisen(II)-oxalat]`_`f erzeugt.
Das wohl meistverwendete Pyrophor ist `F33f`_`[Auermetall`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Auermetall]`_`f – eine Legierung aus ca. 70 % `F33f`_`[Seltenen Erden`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Seltene_Erden]`_`f (`F33f`_`[Cer`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Cer]`_`f, `F33f`_`[Lanthan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lanthan]`_`f, `F33f`_`[Yttrium`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Yttrium]`_`f etc.) und 30 % `F33f`_`[Eisen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Eisen]`_`f. Es wird in `F33f`_`[Feuerzeugen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Feuerzeug]`_`f als `F33f`_`[Zündstein`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Zündstein]`_`f verwendet. Der pyrophore Effekt entsteht durch den staubfeinen Abrieb dieser Legierung, der vom Reibstein beim Drehen abgetragen wird.
Auch Nichtmetalle können pyrophore Eigenschaften aufweisen, so z. B. weißer `F33f`_`[Phosphor`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Phosphor]`_`f und bestimmte `F33f`_`[Schwefel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schwefel]`_`fverbindungen. Weißer Phosphor entzündet sich fein verteilt an der Luft. Pyrophore `F33f`_`[Schwefelleber`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schwefelleber]`_`f entsteht z. B., wenn `F33f`_`[sulfat`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sulfate]`_`fhaltige Minerale (`F33f`_`[Alaun`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Alaun]`_`f, `F33f`_`[Kieserit`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kieserit_(Mineral)]`_`f, `F33f`_`[Kaliumsulfat`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kaliumsulfat]`_`f etc.) mit reduzierenden Substanzen wie `F33f`_`[Zucker`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Zucker]`_`f oder `F33f`_`[Mehl`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mehl]`_`f unter Luftausschluss erhitzt werden.
Das Erglühen dieser Präparate beruht auf ihrer außerordentlich feinen Verteilung, mit der sie dem Sauerstoff eine sehr große Angriffsfläche bieten. Reduziert man die genannten Metalle bei höherer Temperatur, so dass sie dichter werden, sind sie nicht mehr pyrophor. Der aus Alaun dargestellte Pyrophor wurde 1711 von `F33f`_`[Wilhelm Homberg`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wilhelm_Homberg]`_`f entdeckt (Hombergs Phosphor), aber erst `F33f`_`[Carl Wilhelm Scheele`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Carl_Wilhelm_Scheele]`_`f gab 1777 die richtige Erklärung für das Erglühen.`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f]
>>Pyrophore Stoffe in Kriegswaffen
• Die pyrophore Wirkung von feinverteiltem `F33f`_`[Uran`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Uran]`_`f wird bei `F33f`_`[Wuchtgeschossen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wuchtgeschoss]`_`f als Nebeneffekt genutzt, um das getroffene Ziel in Brand zu stecken. Uran wird ebenfalls als Liner („Stachel“-bildende Einlage) in `F33f`_`[Hohlladungen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hohlladung]`_`f verwendet und als `F33f`_`[Schrapnells`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schrapnell]`_`f in Luftabwehrraketen.
• `F33f`_`[Tantal`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Tantal]`_`f wird ebenfalls in panzerbrechenden Sprengköpfen verwendet und wirkt durch den pyrophoren Effekt hinter der durchschlagenen Panzerung stark brandfördernd.
• `F33f`_`[Zirconium`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Zirconium]`_`f wird oft als Auskleidung von Sprengköpfen verwendet, falls eine brandfördernde Wirkung gewünscht wird. Brand`F33f`_`[bomblets`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Streumunition]`_`f enthalten oft Zirconium, da es unter sehr hohen Temperaturen verbrennt und nur mit Sand gelöscht werden kann, nicht jedoch mit Wasser.
• Bei `F33f`_`[Titan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Titan_(Element)]`_`f sind Metallbrände bei `F33f`_`[Turbinen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Turbine]`_`f bekannt. Die `F33f`_`[Lenkwaffe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lenkwaffe]`_`f `F33f`_`[Stinger`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=FIM-92_Stinger]`_`f hat einen `F33f`_`[Sprengkopf`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sprengkopf]`_`f mit Titanhülle, welcher zeitverzögert anspricht, damit der Sprengkopf erst innerhalb des getroffenen Zieles zündet. Das Titan wirkt dann dort stark brandfördernd.
• Der metallorganische Stoff `F33f`_`[Triethylaluminium`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Triethylaluminium]`_`f (TEA) wird als flüssiges Brandmittel oder mit Verdickern, wie `F33f`_`[Polyisobutylen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Polyisobutylen]`_`f als Gelbrandstoff (`F33f`_`[englisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Englische_Sprache]`_`f `*thickened pyrophoric agent`*, `*TPA`*) eingesetzt. Derartige Brandmittel können als Nachfolger des `F33f`_`[Napalms`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Napalm]`_`f angesehen werden und übertreffen dieses hinsichtlich der Abbrandtemperatur und brandstiftenden Wirkung, da nach erfolgreicher Löschung meist augenblicklich Rückentzündung einsetzt, und sie mit Wasser explosiv reagieren.
>>Chemikalien-/Gefahrstoffrecht
Für die EU definiert die `F33f`_`[Verordnung (EG) Nr. 1272/2008`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verordnung_(EG)_Nr._1272/2008]`_`f (CLP-Verordnung), die das `F33f`_`[Global harmonisierte System`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Global_harmonisiertes_System_zur_Einstufung_und_Kennzeichnung_von_Chemikalien]`_`f (GHS) der UNO umsetzt, pyrophore Feststoffe und Flüssigkeiten. Demnach sind es Stoffe, die schon in kleinen Mengen dazu neigen, sich in Berührung mit Luft innerhalb von fünf Minuten zu entzünden bzw. als Flüssigkeit ein Filterpapier in dieser Zeit zu entzünden oder zu verkohlen. Sie sind mit dem GHS-Piktogramm, dem Signalwort „Gefahr“ und dem Gefahrenhinweis H250 (Entzündet sich in Berührung mit Luft von selbst) zu kennzeichnen.`:cite-ref-3[`F5bf`_`[3`#cite-note-3]`_`f] In `F33f`_`[Aerosolpackungen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sprühdose]`_`f ist ihr Inverkehrbringen beschränkt.`:cite-ref-4[`F5bf`_`[4`#cite-note-4]`_`f]
>>Quellen
`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f Eintrag zu `*Pyrophore`*. In: `*`F33f`_`[Römpp Online`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Römpp_Online]`_`f.`* Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2014.
`:cite-note-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-2]`_`f `*Pyrophore`*. In: `*`F33f`_`[Meyers Konversations-Lexikon`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Meyers_Konversations-Lexikon]`_`f.`* 4. Auflage. Band 13, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 487.
`:cite-note-3`!3.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-3]`_`f Anh. I (Teil 2: Physikalische Gefahren) Ziff. 2.9 und 2.10 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Für selbsterhitzungsfähige Stoffe und Gemische gilt Ziff. 2.11.
`:cite-note-4`!4.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-4]`_`f Art. 67 Anh. XVII Eintrag 40 `F33f`_`[REACH-Verordnung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=REACH-Verordnung]`_`f
`c`F0af`_`[↑ Back to top`#top]`_`f`a